
Preisschock an der Zapfsäule: Inflation springt auf Drei-Jahres-Hoch!
Die Teuerung in Deutschland zieht wieder kräftig an. Laut einer Reuters-Umfrage erwarten Ökonomen für September eine Inflationsrate von 3,2 Prozent. Das wäre der höchste Wert seit Ende 2023. Am Mittwoch legt das Statistische Bundesamt seine erste Schätzung vor. Die Richtung steht allerdings schon fest: Es geht nach oben.
Der Ölpreis treibt die Teuerung
Im August lag die Inflationsrate noch bei 2,9 Prozent, im Juli bei 2,8 Prozent. Nun dürfte die Drei-Prozent-Marke fallen. Der Grund ist schnell benannt. Daniel Hartmann, Chefvolkswirt des Vermögensverwalters Bantleon, fasst es so zusammen:
„Der Inflationsanstieg in Deutschland wird im September fast ausschließlich von den Energiepreisen getragen.“
Seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar 2026 ist die Straße von Hormus Medienberichten zufolge weitgehend blockiert. Normalerweise wird ein großer Teil der Ölexporte vom Golf durch diese Meerenge verschifft. Der Preis für ein Fass Brent stieg zeitweise deutlich über 100 Dollar. Anfang des Jahres lag er noch bei rund 70 Dollar.
Tanken wird zum Luxus
An den Zapfsäulen bekommen die Deutschen das direkt zu spüren. Nach Angaben des ADAC wurden im September mehrfach Rekordpreise für Benzin und Diesel verlangt. Zur Monatsmitte kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,273 Euro, so viel wie nie zuvor. Diesel lag bei 2,404 Euro und damit nur wenige Cent unter seinem Rekord vom April.
Pendler, Handwerker und Familien auf dem Land zahlen dafür mit jedem vollen Tank. Ausgerechnet im Sommer lief außerdem der Tankrabatt aus. Die Politik hat die Bürger also genau dann allein gelassen, als die Preise weiter stiegen.
Die Zahlen aus dem August zeigen das Ausmaß
- Energie insgesamt: plus 10,5 Prozent zum Vorjahresmonat, das stärkste Plus seit mehr als drei Jahren
- Kraftstoffe: plus 27,7 Prozent
- Leichtes Heizöl: plus 49,6 Prozent
Die Ruhe bei Strom und Gas trügt
Noch gibt es einen Lichtblick. Strom und Erdgas waren im August laut Statistischem Bundesamt sogar günstiger als ein Jahr zuvor. Hartmann warnt aber, dass die meisten Kunden bei Strom und Gas bislang nur durch Festverträge geschützt seien. Laufen diese Verträge aus, könnten die höheren Preise an den Großhandelsmärkten bei den Verbrauchern ankommen. Und die Heizperiode steht vor der Tür.
Die Europäische Zentralbank hat laut Medienberichten in diesem Jahr bereits zweimal den Leitzins angehoben. Die Zeit des billigen Geldes geht damit endgültig zu Ende. Für viele Bürger kommt das spät. Seit der Energiekrise 2022 haben Sparer einen erheblichen Teil ihrer Kaufkraft verloren.
Wer schützt jetzt das Ersparte?
Von der Bundesregierung ist wenig Entlastung zu erwarten. Sie plant mit einem Sondervermögen von 500 Milliarden Euro, also mit neuen Schulden. Kritiker befürchten, dass diese Schulden den Preisdruck langfristig eher verstärken. Ein Tankrabatt, der ausläuft, ersetzt keine durchdachte Energiepolitik.
Ein Blick in die Geschichte zeigt: In Zeiten von Krieg, Energieknappheit und hohen Staatsschulden haben Gold und Silber ihren Wert immer wieder bewahrt, während Papiergeld an Kaufkraft verlor. Physische Edelmetalle können deshalb eine sinnvolle Ergänzung sein, um Vermögen abzusichern. Sie gehören als Beimischung in ein breit gestreutes Portfolio und sollten nicht als Wette auf den nächsten Monat verstanden werden.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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