
Inflations-Schock an der Zapfsäule: Teuerung springt auf 3,3 Prozent!

Deutschland zahlt die Rechnung für den Nahost-Krieg jetzt direkt an der Tankstelle. Laut einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamts stiegen die Verbraucherpreise im September 2026 um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Einen höheren Wert gab es zuletzt Ende 2023. Im August hatte die Rate noch bei 2,9 Prozent gelegen, und Medienberichten zufolge fiel der Sprung stärker aus, als viele Volkswirte erwartet hatten.
Diesel fast 50 Prozent teurer
Der Auslöser ist schnell gefunden. Wegen des Kriegs im Nahen Osten kletterte der Ölpreis zeitweise über 100 Dollar je Barrel. Nach Angaben des ADAC mussten Autofahrer im September gleich mehrfach Rekordpreise für Benzin und Diesel bezahlen.
Wie stark das ins Geld geht, zeigen die Zahlen aus Nordrhein-Westfalen: Diesel kostete dort 48,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Benzin 33,8 Prozent mehr. Heizöl legte sogar um 49,9 Prozent zu. Für Pendler, Handwerker und Familien auf dem Land ist das kein Rechenbeispiel aus der Statistik. Sie spüren es jeden Monat im Portemonnaie.
„Kraftstoffe sind mit Abstand der größte Preistreiber.“
So fasste es Daniel Hartmann zusammen, Chefvolkswirt des Vermögensverwalters Bantleon.
Die Zahlen im Detail
- Energie: plus 14,9 Prozent (August: plus 10,5 Prozent)
- Nahrungsmittel: plus 0,4 Prozent (August: plus 0,1 Prozent)
- Dienstleistungen: plus 2,7 Prozent (August: plus 2,8 Prozent)
- Kerninflation (ohne Energie und Nahrungsmittel): erneut plus 2,4 Prozent
- Gegenüber dem Vormonat: plus 0,6 Prozent
Tankrabatt: ein Pflaster auf einer offenen Wunde?
Berlin hat reagiert, und zwar mit einem bekannten Mittel. Vom 1. Oktober bis Jahresende gilt erneut ein Tankrabatt, den es schon im Mai und Juni gab. Die Ökonomen der Landesbank Helaba rechnen damit, dass er die Spritpreise um bis zu 17 Cent je Liter senkt. Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank, schätzt, dass die Inflation im Oktober dadurch um etwa 0,3 Prozentpunkte niedriger ausfallen dürfte.
Das klingt nach Entlastung. Allerdings bezahlt der Steuerzahler diesen Rabatt am Ende selbst. Und das ist nur die halbe Wahrheit, denn die Bundesregierung hat sich mit ihren Klimavorgaben und CO₂-Abgaben selbst zum dauerhaften Preistreiber bei Energie gemacht. Eine Subvention auf Zeit ändert an diesem Grundproblem nichts. Kritiker sehen darin eher Symbolpolitik mit Verfallsdatum als eine echte Strategie.
Der Winter könnte noch teurer werden
Richtig ungemütlich wird der Blick nach vorn. Laut Ifo-Institut stieg das Barometer für die Preiserwartungen der Unternehmen im September auf 22,7 Punkte, nach 21,4 Punkten im August. Die Firmen würden die höheren Energiekosten also zunehmend an ihre Kunden weiterreichen.
Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser erwartet, dass die Energieversorger im Winter die Preise für Strom und Gas anheben. Auch bei vielen anderen Waren und Dienstleistungen dürfte der Preisdruck seiner Einschätzung nach weiter zunehmen.
Die EZB dreht an der Zinsschraube
Weil die Inflation auch in der gesamten Eurozone anziehen dürfte, rechnen Volkswirte mit weiteren Zinserhöhungen. Die Europäische Zentralbank hat ihren Leitzins in diesem Jahr bereits zweimal angehoben, derzeit liegt er bei 2,50 Prozent. Deutsche Bank Research erwartet für Dezember den nächsten Schritt auf 2,75 Prozent. Die Erinnerung an 2022 ist noch frisch. Damals reagierten die Währungshüter zu spät, und die Teuerung in Deutschland stieg zeitweise auf fast neun Prozent.
Fazit: Kaufkraft schützen, bevor sie schmilzt
Für Sparer ist die Lage deutlich. Wenn die Preise schneller steigen als die Zinsen auf dem Konto, verliert Geld jeden Tag real an Wert. In Krisenzeiten haben sich physisches Gold und Silber über Generationen als Wertspeicher bewährt, der nicht vom nächsten Tankrabatt oder von Beschlüssen einer Zentralbank abhängt. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie deshalb ein sinnvoller Schutz sein.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik










