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Kettner Edelmetalle
12.08.2026
04:51 Uhr
KI-generiert

Schmutziger Sprit für Putin: Russland kippt seine Benzin-Standards

Schmutziger Sprit für Putin: Russland kippt seine Benzin-Standards
Symbolbild: KI-generiert

Moskau macht ernst mit dem Rückschritt: Seit Donnerstag wird an der Petersburger Rohstoffbörse wieder Benzin der Klasse Euro-3 gehandelt – für die Sorten AI-92, AI-95 und AI-98. Der Grund ist eine Kraftstoffkrise, die das größte Ölland Europas seit Monaten fest im Griff hat.

Die Oktanzahlen entsprechen ungefähr dem alten deutschen Normalbenzin, Super und Super Plus. Der eigentliche Skandal steckt woanders: in der Qualität.

Fünfzehnmal mehr Schwefel als in der EU erlaubt

Beim bisher geltenden Euro-5-Standard sind maximal zehn Milligramm Schwefel pro Kilogramm Kraftstoff zulässig. Euro-3 lässt bis zu 150 Milligramm zu – das Fünfzehnfache.

In der Europäischen Union wäre so etwas heute praktisch undenkbar. Für Ottokraftstoffe gilt hier seit 2009 die Zehn-Milligramm-Grenze. Russland dagegen dreht das Rad zurück, um überhaupt genug Sprit in die Tanks zu bekommen.

Es ist nicht der erste Schritt dieser Art. Anfang August erlaubte die Regierung Medienberichten zufolge erneut Import, Produktion und Verkauf von Benzin der Klassen Euro-2, Euro-3 und Euro-4 – befristet bis Mitte 2027. Einzelne Raffinerien durften bereits zuvor Euro-3-Ware herstellen. In russischen Medien wurde zeitweise sogar über eine Rückkehr zu Euro-2 spekuliert, das im Land seit 2013 verboten ist.

Drohnen gegen Raffinerien – der wunde Punkt der Ölmacht

Auslöser sind die wiederholten ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Raffinerien im Zuge des russischen Angriffskriegs. Nach Schätzungen der Kyiv School of Economics standen zeitweise 20 bis 40 Prozent der russischen Raffineriekapazität still.

Berichten zufolge wurden bereits acht der zehn größten Raffinerien des Landes getroffen. Der Effekt ist brutal, weil Russland historisch kaum mehr Benzin produzierte, als es selbst verbrauchte. Kein Puffer, keine Reserve – und plötzlich stehen Autofahrer in Sibirien und im Fernen Osten stundenlang vor leeren Zapfsäulen.

Ein Ölriese, der Kraftstoff importiert: aus Belarus, dazu kleinere Mengen aus Indien, Kasachstan und Marokko. Wer diese Meldung vor drei Jahren geschrieben hätte, wäre ausgelacht worden.

Staatlich verordnete Preisruhe – und die Rechnung kommt später

An großen Moskauer Tankstellen kostet der Liter AI-95 derzeit umgerechnet rund 80 Cent. Möglich macht das ein Staat, der die Verbraucherpreise seit Jahren mit milliardenschweren Ausgleichszahlungen künstlich niedrig hält.

Die Folge: Knappheit zeigt sich zuerst an der Börse, bei unabhängigen Tankstellen und in einzelnen Regionen – an den Zapfsäulen oft erst viel später. Parallel senkte Moskau die Pflichtquote für den Börsenverkauf von 15 auf zehn Prozent der Produktion, befristet bis Ende 2026. Lieferungen an Landwirte, die Staatsbahn RZD, Bauunternehmen und Regionen des Nordversorgungsprogramms dürfen angerechnet werden. Offiziell heißt das: Versorgung strategisch wichtiger Verbraucher.

Was Deutschland daraus lernen sollte

Aus Sicht unserer Redaktion ist der Vorgang eine Lehrstunde in Energie-Realismus. Ein Land kann auf gewaltigen Rohstoffvorkommen sitzen und trotzdem an fehlender Verarbeitungskapazität scheitern.

Deutschland hat seine eigenen Raffinerien, Kraftwerke und Industriestrukturen jahrzehntelang eher als Störfaktor behandelt denn als Rückgrat. Kritiker der hiesigen Energiepolitik warnen seit Langem: Wer Erzeugung und Verarbeitung im eigenen Land abbaut, wird abhängig – und Abhängigkeit ist teuer.

Krisen wie diese erinnern daran, wie schnell Versorgungssicherheit zur Machtfrage wird. Physische Edelmetalle können in einem breit gestreuten Vermögen als krisenfeste Beimischung dienen, wenn politische Schocks Währungen und Märkte durchschütteln.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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