
Terror-Alarm an US-Bomberbasis: Galt der Plan Amerikas Iran-Flotte?

In der Nacht zu Sonntag haben britische Anti-Terror-Ermittler fünf Männer nahe dem Luftwaffenstützpunkt RAF Fairford im Westen Englands festgenommen. Von dort starten die strategischen US-Bomber, die Ziele im Iran angreifen. Drei verdächtige Transporter, schwarze Fässer, ein Bombenroboter und 85 evakuierte Haushalte: Das idyllische Gloucestershire erlebte eine Nacht wie aus einem Thriller.
Eine Landwirtin schlägt Alarm
Ausgelöst hat den Großeinsatz Medienberichten zufolge eine Landwirtin auf dem Heimweg. Im Dorf Whelford, rund eineinhalb Kilometer vom Stützpunkt entfernt, sollen drei weiße Transporter die Straße versperrt haben, und zwar ohne Fahrer. Kurz darauf habe sie mehrere maskierte junge Männer gesehen, die durch die Bäume in Richtung Basis gerannt seien.
Sie wählte den Notruf. Laut Polizei ging der Anruf gegen 0.45 Uhr ein. Bewaffnete Beamte nahmen die fünf Männer nach Berichten innerhalb von 25 Minuten fest, zunächst wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz. Später am Tag kam der Verdacht hinzu, sie hätten einen Terrorakt vorbereitet. Auf einem der Transporter soll der Name einer Firma gestanden haben, die im britischen Handelsregister nicht auftaucht. Die angegebene Telefonnummer sei offenbar unvollständig gewesen.
Radlader vor den Toren, Alarmstufe „Delta“
Die Behörden zogen eine Sperrzone von 400 Metern. Spezialisten der Armee untersuchten die Fahrzeuge, aus denen große schwarze Behälter geborgen wurden. Ob das sichergestellte Material tatsächlich für einen Anschlag getaugt hätte, werde noch geprüft, heißt es in britischen Medien.
Die Basis selbst stand laut der Nachrichtenagentur PA Media auf „Delta“, der höchsten Bedrohungsstufe. Schwere Radlader blockierten die Zufahrten. Das deutet darauf hin, dass die Verantwortlichen eine Autobombe fürchteten. Ein Anwohner berichtete, er sei an einer Straßensperre von US-Soldaten mit vorgehaltener Waffe kontrolliert worden.
Trump spricht von „großem Schaden“
US-Präsident Donald Trump meldete sich noch am Sonntag zu Wort und lobte die Zusammenarbeit mit London in höchsten Tönen:
„We had them under investigation. They were looking to do big damage to our fort and working with the British worked out great ... We had them under view for a long time, and we got them.“
Die Verdächtigen seien also lange beobachtet worden, und sie hätten „großen Schaden“ anrichten wollen. Das passt allerdings schlecht zu britischen Berichten, nach denen die Operation gerade nicht auf Geheimdiensterkenntnissen beruhte. Wusste Washington mehr als London? Oder wollte da jemand einen Zufallserfolg nachträglich als Meisterleistung der Dienste verkaufen? Die Frage bleibt vorerst unbeantwortet.
Iran, Russland oder Islamisten?
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters halten Ermittler ein Motiv mit Bezug zum Iran für wahrscheinlich. Geprüft würden aber auch russische Sabotage und ein islamistischer Hintergrund. Identität, Nationalität und Motive der Festgenommenen hat die Polizei bislang nicht öffentlich gemacht.
Der Verdacht kommt nicht aus dem Nichts. Seit März starten B-52-, B-1- und B-2-Bomber von Fairford zu Einsätzen gegen iranische Raketenstellungen. Teheran hatte im Juli gewarnt, dass es Stützpunkte, von denen aus Angriffe geflogen werden, als legitime Ziele betrachte. Laut britischen Behörden sind die Fälle staatlich gesteuerter Aktivitäten feindlicher Mächte, darunter der Iran, in den sechs Monaten bis Dezember 2025 um 50 Prozent gestiegen.
Ein Weckruf auch für Deutschland
Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Vorfall, wie nah der Krieg im Nahen Osten an Europa herangerückt ist. Auch in Deutschland liegen mit Ramstein und anderen Standorten zentrale US-Einrichtungen. Dass in England am Ende eine aufmerksame Bürgerin und nicht ein Frühwarnsystem den Unterschied machte, sollte auch in Berlin zu denken geben.
Unsicherheit als Dauerzustand
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Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich.
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