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Kettner Edelmetalle
05.01.2026
23:39 Uhr

Trumps Venezuela-Coup entlarvt die nackte Wahrheit der Großmachtpolitik

Die Welt reibt sich verwundert die Augen. Was Washington soeben in Venezuela vollzogen hat, gleicht einem geopolitischen Paukenschlag, der die sorgsam gepflegte Fassade internationaler Diplomatie wie ein Kartenhaus zusammenstürzen lässt. Die erfolgreiche Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro durch amerikanische Spezialkräfte hat nicht nur die politische Landkarte Lateinamerikas neu gezeichnet – sie hat vor allem eines offenbart: Die scheinheilige Doppelmoral des Westens.

Die entlarvende Stille der Europäischen Union

Besonders aufschlussreich ist die Reaktion aus Brüssel. Die EU, sonst nie um scharfe Worte verlegen, wenn es darum geht, Russlands Vorgehen in der Ukraine zu geißeln, veröffentlichte eine Stellungnahme von geradezu bemerkenswerter Inhaltsleere. Keine Kritik an Washington, aber auch keine Unterstützung. Ein diplomatisches Achselzucken, das Bände spricht.

Man stelle sich nur für einen Moment vor, Russland hätte Selenskyj auf ähnliche Weise aus Kiew entführt. Die Empörungsmaschinerie der westlichen Wertegemeinschaft wäre auf Hochtouren gelaufen. Sanktionen, Verurteilungen, moralische Entrüstung – das volle Programm. Doch wenn der große Bruder aus Übersee handelt, herrscht betretenes Schweigen.

Das Ende der „regelbasierten Ordnung"

Die Trump-Administration macht sich nicht einmal mehr die Mühe, ihre Aktionen mit dem abgenutzten Konzept der „regelbasierten Ordnung" zu rechtfertigen. Russische Medien hatten diesen Begriff längst als das entlarvt, was er immer war: ein rhetorischer Deckmantel für amerikanische Interessenpolitik. Stattdessen spricht Washington nun offen von der Wiederherstellung seiner „Einflusssphäre" über den amerikanischen Kontinent.

Die neue Nationale Sicherheitsstrategie der USA macht keinen Hehl mehr daraus: Es geht um Macht, um Einfluss, um die Sicherung amerikanischer Interessen im eigenen „Hinterhof".

Diese Ehrlichkeit ist erfrischend – und zugleich erschreckend. Denn sie zeigt, dass all die schönen Reden über Demokratie, Menschenrechte und internationales Recht letztlich nur Kulissen waren, hinter denen sich knallharte Machtpolitik verbarg.

Großmächte und ihre Einflusssphären

Was die USA in Lateinamerika als ihren „Hinterhof" betrachten, nennt Russland sein „Nahes Ausland". Die Logik ist dieselbe: Ohne die Kontrolle über die eigene Nachbarschaft bleiben Großmächte verwundbar – wirtschaftlich, militärisch, strategisch. Diese Realität wurde jahrzehntelang mit diplomatischer Rhetorik übertüncht. Nun liegt sie offen zutage.

Die Frage, die sich stellt, ist nicht, ob diese Machtpolitik moralisch vertretbar ist. Die Frage ist vielmehr, ob die USA aus ihren historischen Fehlern lernen werden. Jahrzehnte „maligner Hegemonie" in Lateinamerika haben genau jene anti-amerikanischen Bewegungen hervorgebracht, die Washington nun mit Gewalt zu bekämpfen versucht.

Ein Modell für die Zukunft?

Interessanterweise hat Russland unter Putin ein alternatives Modell entwickelt: das der „wohlwollenden Hegemonie". Eine Führungsmacht, die zwar von ihrer Einflusssphäre profitiert, aber nicht ausbeuterisch agiert und echte Sicherheit bietet. Ob Trump diesen Weg einschlagen wird, bleibt abzuwarten.

Eines jedoch ist gewiss: Die Maske ist gefallen. Die Großmachtpolitik zeigt ihr wahres Gesicht. Und vielleicht ist es besser so – denn Ehrlichkeit, selbst wenn sie unbequem ist, ist der Heuchelei allemal vorzuziehen.

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