
Washingtons Griff nach Teheran: Trump will Irans nächsten Führer mitbestimmen
Was sich wie ein Kapitel aus einem geopolitischen Thriller liest, ist bittere Realität im Juni 2025: US-Präsident Donald Trump erhebt offen den Anspruch, bei der Auswahl des nächsten iranischen Staatsoberhaupts mitzureden. In einem Telefoninterview mit der Nachrichtenagentur Reuters erklärte der 47. Präsident der Vereinigten Staaten am Donnerstag mit entwaffnender Direktheit: „Wir werden diese Person gemeinsam mit dem Iran auswählen müssen." Ein Satz, der die gesamte Architektur der internationalen Ordnung ins Wanken bringt – oder das, was davon noch übrig ist.
Chameneis Tod und das Machtvakuum in Teheran
Hintergrund der beispiellosen Forderung ist der Tod des iranischen Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei, der am vergangenen Samstag bei den koordinierten Angriffen der USA und Israels auf den Iran ums Leben gekommen sein soll. Die Nachfolge des geistlichen und politischen Oberhaupts der Islamischen Republik steht damit völlig offen – ein Machtvakuum von historischer Dimension. Chameneis Sohn Modschtaba, der als Hardliner gilt und in Teheraner Machtkreisen durchaus Unterstützung genießt, wurde von Trump als möglicher Nachfolger praktisch ausgeschlossen. Eine Übernahme des Amtes durch ihn sei „sehr unwahrscheinlich", so der US-Präsident.
Aus Teheran selbst lag zunächst keine offizielle Stellungnahme vor. Das Schweigen der iranischen Führung – sofern man von einer solchen nach dem Tod Chameneis überhaupt noch sprechen kann – spricht Bände. Es zeigt entweder die Tiefe des Chaos oder eine kalkulierte Zurückhaltung in einer Situation, deren Ausgang niemand vorhersagen kann.
Trumps Venezuela-Vergleich: Ein gefährliches Muster
Besonders aufhorchen lässt Trumps Vergleich mit dem Vorgehen der USA in Venezuela. Dort hatten die Vereinigten Staaten bekanntlich massiv in die innenpolitischen Verhältnisse eingegriffen und einen eigenen Kandidaten als legitimen Präsidenten anerkannt. Dass Trump dieses Modell nun offen auf den Iran überträgt – einen Staat mit 88 Millionen Einwohnern, einer der ältesten Zivilisationen der Welt und einer Bevölkerung, die auf nationale Souveränität traditionell äußerst empfindlich reagiert –, zeugt von einem Selbstverständnis amerikanischer Macht, das man selbst in den kühnsten neokonservativen Denkfabriken der Bush-Ära kaum gewagt hätte, so offen auszusprechen.
„Wir müssen nicht alle fünf Jahre zurückkehren und das immer wieder tun", fügte Trump mit Blick auf die jüngsten Militärschläge hinzu. Eine Aussage, die man als pragmatisch oder als zutiefst beunruhigend interpretieren kann – je nachdem, auf welcher Seite der Bomben man steht.
Die NATO rüstet auf – Europa im Schlepptau
Während Trump seine Visionen einer von Washington orchestrierten Neuordnung des Nahen Ostens skizziert, hat die NATO bereits ihre Raketenabwehr auf erhöhte Einsatzbereitschaft gesetzt. Der Iran hatte seinerseits mit einem neuen Raketenangriff auf Israel reagiert, Sirenen heulten in Tel Aviv. Die Eskalationsspirale dreht sich mit einer Geschwindigkeit, die selbst erfahrene Sicherheitsexperten schwindelig macht.
An den Börsen hinterlässt der Konflikt bereits tiefe Spuren. Der Dow Jones verlor zeitweise bis zu 1.000 Punkte – ein deutliches Signal dafür, dass die Finanzmärkte die Lage als hochgradig instabil einschätzen. Und während die Wall Street zittert, dürfte so mancher Anleger einmal mehr die Weitsicht jener beneiden, die rechtzeitig auf physische Edelmetalle als Krisenwährung gesetzt haben. Gold und Silber erweisen sich in Zeiten geopolitischer Verwerfungen seit Jahrtausenden als verlässlicher Wertspeicher – eine Eigenschaft, die in diesen Tagen aktueller denn je erscheint.
Wo bleibt Europas Stimme?
Was in dieser ganzen Entwicklung besonders bitter aufstößt: Europa, und insbesondere Deutschland, spielt in diesem geopolitischen Schachspiel praktisch keine Rolle. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat sich bislang nicht mit einer eigenständigen Position zu den dramatischen Ereignissen im Nahen Osten hervorgetan. Stattdessen wird man in Berlin wohl einmal mehr brav nicken und Washingtons Kurs mittragen – so wie man es seit Jahrzehnten gewohnt ist. Eine souveräne deutsche Außenpolitik, die tatsächlich die Interessen der eigenen Bevölkerung in den Vordergrund stellt? Fehlanzeige.
Dabei wären die Konsequenzen eines ausgewachsenen Iran-Krieges für Deutschland und Europa enorm: steigende Energiepreise, neue Flüchtlingsströme, eine weitere Destabilisierung der ohnehin fragilen Weltwirtschaft. Doch statt sich als ehrlicher Makler zu positionieren, duckt sich Berlin weg. Man fragt sich unwillkürlich, wofür dieses Land eigentlich 500 Milliarden Euro an Sondervermögen aufnimmt, wenn es auf der weltpolitischen Bühne nicht einmal den Mund aufbekommt.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Trumps Anspruch auf Mitsprache bei der iranischen Führungsnachfolge mehr ist als bloße Rhetorik. Eines steht jedoch fest: Die Welt ist an einem Wendepunkt angelangt, an dem die alten Gewissheiten der internationalen Ordnung endgültig zerbröseln. Wer in solchen Zeiten sein Vermögen schützen will, tut gut daran, sich nicht allein auf Papierwerte zu verlassen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für etwaige finanzielle Verluste, die aus Anlageentscheidungen auf Grundlage dieses Artikels resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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