
Cottbus macht Schluss mit dem Sternchen-Wahn: Stadt kehrt zur deutschen Sprache zurück
Es gibt sie noch, die Momente, in denen man als Beobachter der deutschen Politik tief durchatmen und ein kleines Stück Hoffnung schöpfen darf. In Cottbus, der zweitgrößten Stadt Brandenburgs, ist genau ein solcher Moment eingetreten. Die Stadtverordnetenversammlung hat beschlossen, was viele Bürger längst herbeisehnen: Die Gendersprache wird aus der städtischen Verwaltung verbannt. Ende des Sternchens, Schluss mit dem Doppelpunkt, aus mit dem Binnen-I.
Eine knappe Mehrheit gegen die Sprachverhunzung
Mit einer hauchdünnen Mehrheit von 20 zu 18 Stimmen wurde der Antrag am vergangenen Mittwoch angenommen. Eingebracht hatten ihn die Fraktionen der AfD und der Mittelstandsinitiative Brandenburg. Künftig sollen sich die Mitarbeiter der Verwaltung wieder an dem orientieren, was über Jahrzehnte selbstverständlich war: an den Regeln der amtlichen deutschen Rechtschreibung, am generischen Maskulinum oder an geschlechtsneutralen Sammelbezeichnungen.
Verboten sind ab sofort der Genderstern, der Gender-Doppelpunkt, der Unterstrich, das Binnen-I und sämtliche vergleichbaren Sonderkonstruktionen. Das gilt für alle amtlichen Schreiben, Bescheide, Formulare, Satzungen, Beschlussvorlagen, Bekanntmachungen, Pressemitteilungen und Internetauftritte. Der Bürgermeister wurde beauftragt, die nötigen organisatorischen Schritte zur Umsetzung einzuleiten.
Wenn ideologische Zeichensetzung die Bürger ausschließt
Die Begründung des Antrags ist von bestechender Logik – und genau das macht den eigentlichen Skandal sichtbar: Dass eine solche Selbstverständlichkeit überhaupt erst beschlossen werden muss. Sonderzeichen der Gendersprache seien schlicht kein Bestandteil der amtlichen deutschen Rechtschreibung, heißt es. Sie beeinträchtigten die Lesbarkeit und Barrierefreiheit von Texten und belasteten ausgerechnet jene Menschen zusätzlich, die ohnehin Lese- oder Verständnisschwierigkeiten hätten.
Während man sich darin gefiel, Sternchen und Doppelpunkte in jeden Behördenbrief zu pressen, vergaß man, für wen diese Briefe eigentlich gedacht sind: für den Bürger.
Der Cottbuser Stadtverordnete Jean-Pascal Hohm sieht darin einen Schritt zurück Richtung Normalität. In der Vergangenheit habe die Rathausfraktion der Linkspartei wiederholt gegendert und damit, so seine Worte, die deutsche Sprache massiv verunstaltet. Dies sei einer der Auslöser für den Antrag gewesen. Die Mehrheit der Bevölkerung, so Hohm, lehne das Gendern ohnehin ab – und diese Mehrheitsmeinung habe nun auch politisch ihren Ausdruck gefunden.
Politik für die Mehrheit statt für eine laute Minderheit
Genau hier liegt der Kern der Sache. Studien und Umfragen zeigen seit Jahren mit erstaunlicher Konstanz, dass eine deutliche Mehrheit der Deutschen die Gendersprache ablehnt. Trotzdem wird sie in Verwaltungen, an Universitäten und in den öffentlich-rechtlichen Medien mit fast missionarischem Eifer verbreitet. Eine kleine, lautstarke Minderheit diktiert, wie das Land zu sprechen und zu schreiben habe – und der Rest soll gefälligst schweigen.
Cottbus zeigt nun, dass es auch anders geht. Dass Politik möglich ist, die sich am Willen der Bürger orientiert, statt an den ideologischen Steckenpferden einer akademischen Avantgarde. Es geht hier nicht um Wortklauberei. Es geht um die Frage, ob unsere Sprache – das Fundament unserer Kultur und unseres Miteinanders – einem politischen Umerziehungsprojekt geopfert werden darf. Die Antwort aus Cottbus lautet: nein.
Man kann nur hoffen, dass dieses Beispiel Schule macht. Denn am Ende ist die Rückkehr zur klaren, verständlichen deutschen Sprache kein Akt der Engstirnigkeit, sondern ein Akt der Vernunft – und ein längst überfälliger Dienst an den Menschen, für die Verwaltung eigentlich da sein sollte.

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