
Diesel-Alarm in Großbritannien: London holt die Notfallpläne raus!

An britischen Zapfsäulen wird Diesel so teuer wie noch nie, und die Regierung in London holt ihre Notfallpläne für eine Rationierung wieder hervor. Britischen Medienberichten zufolge liegen Kaufgrenzen pro Tankvorgang, Vorrangtankstellen und ein Tempolimit von 50 Meilen pro Stunde auf dem Tisch. Offiziell heißt es, das alles sei nur theoretisch. Glaubt das noch jemand?
Rekordpreise an der Zapfsäule
Laut dem Preistracker des britischen Automobilclubs RAC kostete ein Liter Diesel am Sonntag, dem 27. September, im Schnitt 199,05 Pence. Benzin lag bei 174,04 Pence. Bis zum bisherigen Allzeithoch von 199,09 Pence fehlte nur noch ein Wimpernschlag.
Der RAC-Politikchef Simon Williams rechnete Berichten zufolge fest damit, dass der Rekord noch am selben Wochenende fällt. Der Zeitpunkt ist bitter für die Labour-Regierung, denn gleichzeitig begann ihr Parteitag. Grund für die Preisexplosion ist der andauernde Konflikt zwischen den USA und dem Iran, der die Öltransporte durch die Straße von Hormus massiv behindert.
Nur 42 Tage Reserve
Eine Zahl sorgt besonders für Unruhe. Wie der Sender Sky News berichtet, reichten die britischen Dieselvorräte im Juli nur noch für rund 42 Tage. Unter den Industrienationen soll nur Australien schlechter dastehen.
Schon im Frühjahr hatten Händler gewarnt, dass die kommerziellen Lager schrumpfen könnten, falls die Hormus-Route länger blockiert bleibt. Landwirte berichteten zeitweise von Mengenbegrenzungen beim steuerbegünstigten roten Agrardiesel. Im Oberhaus kritisierten Abgeordnete bereits im April, das Land habe innerhalb von zwei Jahren zwei Raffinerien verloren. Als Ursachen nannten sie CO2-Abgaben und Strompreise, die ein Vielfaches des US-Niveaus betragen.
Das steht im Notfallplan
Der Rahmen dafür ist der sogenannte National Emergency Plan for Fuel. Er existiert seit 2011 und würde erst bei einer schweren, landesweiten Versorgungsstörung greifen. Den Berichten zufolge sieht er unter anderem Folgendes vor:
- Vorrangtankstellen für Rettungsdienste, Polizei und kritische Infrastruktur
- Umlenkung von Großlieferungen an Versorger, Nahverkehr und systemrelevante Betriebe
- Vorrang für Diesel in den Lieferketten von Lebensmittelhandel und Gesundheitswesen
- Höchstmengen pro Tankvorgang und verkürzte Öffnungszeiten
- Staatliche Zuteilung von Rohöl und importierten Produkten
Die Regierung betont, man werde immer zuerst die mildesten Mittel wählen. Für Spediteure, Bauern und Pendler ist das ein schwacher Trost. Schon die Debatte selbst dürfte die Preise weiter anheizen.
Verzichten nach Anleitung
Die britischen Pläne kommen nicht aus dem Nichts. Bereits im März empfahl die Internationale Energieagentur ihren Mitgliedstaaten, die Nachfrage aktiv zu drosseln. Auf der Liste standen Homeoffice, mindestens zehn km/h weniger auf der Straße, mehr Nahverkehr und Fahrgemeinschaften sowie Einschränkungen für Autos in Städten.
Kritiker sehen darin weniger Krisenmanagement als eine Verzichtspolitik, die im Schatten des Krieges immer normaler wird. Der Staat mache die Energie zuerst durch Abgaben und Klimaauflagen teuer, heißt es aus diesen Kreisen. Danach verwalte er die Knappheit. Tatsächlich haben Klimavorgaben wie CO2-Abgaben den heimischen Raffinerien zugesetzt, wie auch im Oberhaus beklagt wurde.
Was das für Deutschland bedeutet
Deutsche Autofahrer sollten genau hinschauen. Auch hierzulande hängen Logistik, Landwirtschaft und Industrie am Diesel, und die Weltmarktpreise kennen keine Grenzen. Als EU-Mitglied muss Deutschland zwar strategische Ölreserven vorhalten. Vor Preisschocks schützt das aber niemanden.
Die Lehre aus London ist unbequem: Wer sich auf staatliche Versprechen verlässt, steht in der Krise schnell hinten in der Schlange. Umso wichtiger ist private Vorsorge. Physisches Gold und Silber haben über Jahrhunderte Kaufkraft bewahrt, gerade in Zeiten von Inflation und geopolitischen Krisen. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie ein ruhender Pol sein.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte eigenständig recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen selbst die Verantwortung.

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