
Monster-Hurrikan Polo: Mexikos Pazifik-Häfen im Würgegriff!

Hurrikan „Polo“ hat Mexikos Pazifikküste in den Krisenmodus versetzt. Am Dienstag erreichte der Sturm die höchste Kategorie 5, seit Mittwoch wird er in Kategorie 4 geführt. Die Marine hat den Schiffsverkehr in mehreren Häfen eingeschränkt, darunter Manzanillo und Lázaro Cárdenas. Beide sind zentrale Tore für den Handel mit Asien.
Vom Tropensturm zum Monster in anderthalb Tagen
Die Wucht, mit der Polo entstanden ist, lässt selbst erfahrene Meteorologen staunen. Medienberichten zufolge war er am späten Sonntag noch ein Tropensturm mit rund 65 Kilometern pro Stunde. Etwa 36 Stunden später stufte ihn das US-Hurrikanzentrum NHC mit Dauerwinden um 266 Kilometer pro Stunde als „extrem gefährlich“ ein.
Nach vorläufigen Berechnungen könnte das ein Rekord für den Ostpazifik sein. Am Mittwoch lag Polo laut dpa rund 255 Kilometer südlich des Badeorts Zihuatanejo, mit Dauerwinden von 240 Kilometern pro Stunde. Fachleute sehen den Grund in einem besonders starken El Niño, der das Meer vor Mexiko stark aufheizt. Die Menschen dort erinnern sich noch gut an Hurrikan Otis, der im Oktober 2023 Acapulco verwüstete.
Manzanillo: Nur noch große Schiffe dürfen fahren
Nach Angaben des Branchendienstes FreightWaves hat die mexikanische Marine den großen Containerhafen Manzanillo seit Dienstagmorgen für kleinere Schiffe gesperrt. Zugelassen sind nur noch Schiffe ab 500 Bruttoraumzahl. Containerfrachter dürfen also weiterfahren. Schiffe am Kai sollten ihre Festmacherleinen zusätzlich sichern, denn Wind, Regen und Wellen nehmen zu.
Laut der Zeitung La Jornada gelten die Einschränkungen für kleinere Boote inzwischen auch in Acapulco, Puerto Marqués, Zihuatanejo und Lázaro Cárdenas im Bundesstaat Michoacán. Präsidentin Claudia Sheinbaum erwartet nach bisherigem Stand keinen direkten Landfall. In Michoacán, Jalisco und Colima drohen aber schwere Regenfälle, Überschwemmungen und Erdrutsche.
Warum das Problem so langsam ist
Polo bewegt sich nur sehr langsam an der Küste entlang. Genau das macht ihn so gefährlich: Die Einschränkungen dauern länger und betreffen immer mehr Häfen. Prognosedaten von Bloomberg zufolge könnte der Sturm Anfang nächster Woche Richtung Cabo San Lucas ziehen. Dann wäre auch Puerto San Carlos betroffen, wichtig für Treibstoff, Fischerei und Agrarexporte in der Region.
Die Achillesferse des Nearshoring-Booms
Manzanillo und Lázaro Cárdenas sind weit mehr als Häfen. Hier kommen Waren aus Asien an und gehen direkt auf Lastwagen und Züge in Richtung Nordamerika. Elektronik, Autoteile, Konsumgüter: Vieles, was in den Fabriken Mexikos und der USA gebraucht wird, läuft über diese beiden Häfen.
Das zeigt ein Grundproblem. Viele westliche Firmen haben Produktion nach Mexiko verlagert, um weniger von fernen Lieferketten abhängig zu sein. Trotzdem kommen die Bauteile weiter aus Asien. Ein einziger Sturm reicht aus, um diese Abhängigkeit sichtbar zu machen. Hinzu kommen Donald Trumps Zölle von 25 Prozent auf Waren aus Mexiko.
Wie lange dauert die Sperre?
Entscheidend sind zwei Fragen: Wie lange bleiben die Beschränkungen bestehen? Und werden sie auf große Containerschiffe ausgeweitet? Beobachter warnen: Bei einer längeren Sperrung könnten Bauteile ausbleiben, Fabriken langsamer produzieren und die Logistikkosten steigen. Das würde am Ende auch Waren teurer machen.
Auch deutsche Autobauer und Zulieferer produzieren in Mexiko und wären betroffen. Die Lehre: Wer auf eng getaktete Lieferketten setzt, ist anfällig für Störungen. Genau deshalb sehen viele Anleger in physischem Gold und Silber einen sinnvollen Baustein zur Vermögenssicherung. Diese Werte hängen nicht davon ab, ob ein Frachter pünktlich im Hafen ankommt.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Informieren Sie sich selbst, bevor Sie Geld anlegen. Für Ihre Anlageentscheidungen sind Sie selbst verantwortlich.
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