
Putins Schachzug entlarvt Berlins diplomatische Bankrotterklärung

Es ist eine bittere Pointe der Geschichte: Ausgerechnet der russische Präsident Wladimir Putin musste eine Debatte anstoßen, die in Berlin und Brüssel längst hätte geführt werden müssen. Mit seinem öffentlichen Vorschlag, den früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder als Vermittler im Ukraine-Krieg einzusetzen, hat der Kreml-Chef nicht nur einen diplomatischen Stein ins Wasser geworfen – er hat zugleich die erschreckende Sprachlosigkeit der deutschen Außenpolitik schonungslos offengelegt.
Ein Vorschlag, der Berlin vorführt
„Von allen europäischen Politikern würde ich Gespräche mit Schröder bevorzugen", soll Putin gesagt haben. Die Reaktion in Berlin und Brüssel folgte dem altbekannten Reflex: Ablehnung, Empörung, Verweise auf vermeintliche „Kommunikationsstrategien" des Kremls. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte umgehend, es sei unklug, Russland bestimmen zu lassen, wer Europa vertrete. Eine Aussage, die auf den ersten Blick einleuchtend klingt – und doch am Kern des Problems vorbeigeht.
Denn die eigentliche Frage lautet: Warum hat Europa nach mehr als drei Jahren Krieg eigentlich immer noch keinen eigenen Sondergesandten benannt? Während die USA mit Steve Witkoff und Jared Kushner längst in direktem Kontakt zu Moskau stehen, glänzt die Bundesregierung mit diplomatischer Abwesenheit. Wer einen Platz am Verhandlungstisch beansprucht, muss eben auch jemanden schicken, der diesen Platz einnimmt – eine Binsenweisheit, die im Kanzleramt offenbar nicht angekommen ist.
Merz reagiert, statt zu gestalten
Der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Adis Ahmetovic brachte die Misere unfreiwillig komisch auf den Punkt, als er feststellte, dass die Europäer nur zuschauten, „wie am Tisch zwischen den USA und Russland von Immobilienhändlern verhandelt wird." Eine Bemerkung, die das ganze Elend deutscher Außenpolitik in einem Satz bündelt: Während amerikanische Geschäftsleute die Geschicke des europäischen Kontinents mitbestimmen, übt sich Berlin in betroffenem Schweigen.
Auch Linke-Fraktionschef Sören Pellmann fand deutliche Worte: Es räche sich, dass Bundeskanzler Merz bislang keine eigenen europäischen Friedensformate vorgeschlagen habe. „Berlin reagiert auf Trump, auf Erdogan, auf Putin, gestaltet aber nicht." Härter kann man eine Bundesregierung kaum kritisieren – und die Kritik trifft ins Schwarze.
Schröder als Symptom, nicht als Lösung
Gerhard Schröder selbst hüllt sich in Schweigen. Sein Büro erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, es werde keine Stellungnahme geben. Verständlich, denn der Altkanzler weiß genau, wie toxisch sein Name in der aktuellen politischen Großwetterlage geworden ist. Seine Nähe zu Putin und seine Verbindungen zu russischen Energiekonzernen sind bekannt – ebenso wie seine Warnung in einem Gastbeitrag, Russland nicht zum „ewigen Feind" zu erklären.
Ob Schröder der richtige Mann ist, sei dahingestellt. Innerhalb der SPD jedenfalls gibt es differenzierte Stimmen. Ralf Stegner erklärte, er begrüße jede Initiative, die den Krieg beenden könne. Auch Rolf Mützenich plädiert für eine europäische Rolle, und der SPD-Abgeordnete Serdar Yüksel brachte gar Angela Merkel als mögliche Vermittlerin ins Spiel – mit Verweis auf ihre Erfahrung bei den Minsker Vereinbarungen, deren Effektivität allerdings im Rückblick mehr als fragwürdig erscheint.
AfD und Linke einig in der Kritik
Bemerkenswert ist die parteiübergreifende Kritik aus der Opposition. Markus Frohnmaier, außenpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, sieht in Schröder einen Politiker mit belastbaren internationalen Kontakten und fordert einen eigenen deutschen Sondergesandten. Eine diffuse EU-Vermittlerrolle sei politisch schwächer und weniger klar verantwortlich, so Frohnmaier. Als Alternative brachte er den ehemaligen OSZE-Generalsekretär Thomas Greminger ins Spiel. Die Grünen hingegen schwiegen – wie so oft, wenn konstruktive Vorschläge gefragt wären.
Pistorius reist – aber nicht für den Frieden
Während über Vermittler debattiert wird, reist Verteidigungsminister Boris Pistorius nach Kiew. Allerdings nicht als Friedensemissär, sondern um über die Ausweitung der Rüstungskooperation zu sprechen. Im Mittelpunkt stünde die gemeinsame Entwicklung modernster unbemannter Waffensysteme. Ein symptomatisches Bild: Während die Rüstungslogik im Eiltempo voranschreitet, bleibt die deutsche Diplomatie ohne Gesicht und ohne Auftrag. Es ist, als hätte die Bundesregierung die diplomatische Sprache vollständig verlernt und kommuniziere nur noch in der Lautstärke von Waffenlieferungen.
Edelmetalle als Anker in stürmischen Zeiten
Was bedeutet diese diplomatische Schwäche für den deutschen Bürger? Sie bedeutet vor allem eines: Unsicherheit. Wenn die größte Volkswirtschaft Europas außenpolitisch nur noch reagiert, statt zu gestalten, leidet darunter das Vertrauen – in den Standort, in die Währung, in die politische Führung. Geopolitische Krisen, schwelende Konflikte und ein orientierungsloses Berlin sind ein Cocktail, der historisch betrachtet stets eines bewirkt hat: die Flucht in echte, physische Werte. Gold und Silber haben in den vergangenen Jahrhunderten jeden diplomatischen Eklat, jeden Regierungswechsel und jede Währungsturbulenz überdauert. Sie sind kein Spekulationsobjekt, sondern ein bewährter Anker in stürmischen Zeiten – gerade dann, wenn die politische Klasse versagt.
Fazit: Ein Armutszeugnis sondergleichen
Die eigentliche Pointe der ganzen Affäre liegt nicht in der Frage, ob Schröder geeignet ist oder nicht. Sie liegt darin, dass es des Anstoßes von Wladimir Putin bedurfte, damit in Deutschland überhaupt über einen eigenen Vermittler diskutiert wird. Das ist – um es mit den Worten der Berliner Zeitung zu sagen – ein Armutszeugnis. Solange Merz und seine Große Koalition keine eigenen Namen auf den Tisch legen, werden die USA und Russland weiter über die Köpfe der Europäer hinweg entscheiden. Und Deutschland? Wird weiter zuschauen, Waffen liefern und sich in Sonntagsreden über die regelbasierte Ordnung verlieren. Die Bürger dieses Landes haben Besseres verdient. Sie haben Politiker verdient, die für deutsche und europäische Interessen kämpfen – und nicht solche, die dem Kreml die Initiative überlassen müssen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt die Meinung unserer Redaktion dar, die in weiten Teilen auch von einem Großteil der deutschen Bevölkerung geteilt wird. Er versteht sich als kritische politische Einordnung und ersetzt weder eine Anlage- noch eine Rechtsberatung. Jeder Leser ist angehalten, eigene Recherchen anzustellen und Entscheidungen über sein Vermögen eigenverantwortlich zu treffen.

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