
Rote Kernschmelze in Wien: SPÖ stürzt auf zwölf Prozent ab!

Österreichs Sozialdemokraten erleben ein Debakel historischen Ausmaßes. Eine neue OGM-Umfrage für die ServusTV-Sendung „Blickwechsel“, veröffentlicht am Donnerstag, sieht die SPÖ bei nur noch zwölf Prozent. Damit liegen die Roten auf Platz vier, sogar hinter den Grünen. Die FPÖ von Herbert Kickl steht mit 39 Prozent einsam an der Spitze.
Ein Rückstand wie eine Schlucht
Ganze 27 Prozentpunkte trennen die Sozialdemokraten von den Freiheitlichen. Die ÖVP kommt laut Erhebung auf 21 Prozent, die Grünen auf 15, die liberalen Neos auf sieben. Ein Ausreißer ist der Wert nicht: Medienberichten zufolge sieht eine zweite aktuelle Umfrage die SPÖ bei gerade einmal 14 Prozent.
Bitterer wird es mit Blick zurück. Bei der Nationalratswahl 2024 holte die SPÖ noch 21,1 Prozent, was damals schon als schwaches Ergebnis galt. Jetzt fehlen weitere neun Punkte. Und die Dreierkoalition aus ÖVP, SPÖ und Neos? Sie kommt zusammen auf 40 Prozent, gerade einmal einen Punkt mehr als die FPÖ allein.
Babler geht – aber in Zeitlupe
Eigentlich sollte der angekündigte Rückzug von Parteichef Andreas Babler die Wende bringen. Bisher hilft er nicht. Knapp zwei Drittel der Befragten wollen, dass er sofort geht. Babler will jedoch bis Jahresende Vizekanzler bleiben und danach als Medienminister weitermachen. Genau das sorgt in der eigenen Partei für neuen Unmut.
Ein Abschied auf Raten also. Bis zur Übergabe sollen Frauen- und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner und der Abgeordnete Philip Kucher den Noch-Chef stützen. Als künftiger Vizekanzler ist Finanzminister Markus Marterbauer vorgesehen. Ob er das Amt 2027 übernehmen kann, hängt laut dem Bericht auch von seiner Gesundheit nach einer Krebserkrankung ab.
Nachfolge? Ungewiss.
Die Partei hätte Marterbauer gern auch als Vorsitzenden. Entschieden ist nichts, ein Termin für den Sonderparteitag fehlt ebenfalls. Verzichtet Marterbauer und treten mehrere Bewerber an, könnte eine Mitgliederbefragung nötig werden. Befeuert hatte das Chaos Ex-RTL-Chef Gerhard Zeiler, der in der „Kronen Zeitung“ öffentlich seine Bereitschaft zur Parteiübernahme erklärte.
Ein Déjà-vu: Schon Bablers Wahl zum Parteichef 2023 geriet zur Farce, als bei der Stimmauszählung auf dem Parteitag zunächst der falsche Sieger verkündet wurde. Innerparteiliche Gegner und Landesorganisationen forderten seither immer wieder seine Ablösung.
Vom Kreisky-Glanz zum Kellerplatz
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen. Unter Bruno Kreisky regierte die SPÖ in den 1970er-Jahren mit absoluter Mehrheit. Heute kämpft sie mit den Grünen um Platz drei und verliert. Ein neues Gesicht an der Spitze allein dürfte diesen Absturz kaum stoppen. Beobachter sehen eher eine Partei, die den Draht zu Arbeitern und Leistungsträgern verloren hat, also zu jenen Wählern, die früher ihr Fundament waren.
Die ÖVP blickt schon zur Tür
Gefährlich wird die rote Krise vor allem für die Koalition. Wie Insider berichten, erwägen einflussreiche Kreise in der ÖVP einen vorzeitigen Ausstieg. Die Sorge: Die unpopuläre Bundesregierung könnte die Volkspartei auch bei den anstehenden Landtagswahlen mit nach unten ziehen.
Das diskutierte Kalkül wirkt wie eine Kapitulation mit Hintergedanken. Nach Neuwahlen könnte die ÖVP als Juniorpartner unter einem Kanzler Kickl regieren. Teile der Partei würden dafür offenbar sogar das Kanzleramt von Christian Stocker opfern, um die eigene Macht in den Ländern zu sichern. Beschlossen ist das nicht, Stocker hält an der Koalition fest.
Für die SPÖ ist trotzdem klar: Es geht längst nicht mehr nur um die Frage, wer die Partei führt. Auf dem Spiel steht ihre Rolle in der Regierung. Und Herbert Kickl? Der kann sich zurücklehnen und abwarten.

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