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Tennispartie statt Krisenmanagement: Berlins Regierender Bürgermeister Wegner in der Kritik

Tennispartie statt Krisenmanagement: Berlins Regierender Bürgermeister Wegner in der Kritik

Was macht ein Regierender Bürgermeister, wenn seine Stadt im Chaos versinkt und 45.000 Haushalte ohne Strom dastehen? Er spielt Tennis. Nicht irgendwo, nicht mit irgendwem – sondern mit seiner Lebensgefährtin, die zufällig auch Bildungssenatorin ist. Die Affäre um Kai Wegner offenbart einmal mehr, wie weit sich die politische Klasse von der Lebensrealität der Bürger entfernt hat.

Die Lüge vom fleißigen Krisenmanager

Am ersten Tag des verheerenden Blackouts in Berlin, der am Samstagmorgen kurz nach sechs Uhr begann, ließ die Senatskanzlei verlauten, der Regierende Bürgermeister arbeite im Homeoffice und sei „den ganzen Tag am Telefon". Eine beruhigende Nachricht für die verunsicherten Berliner – wäre sie denn wahr gewesen. Doch die Realität sah anders aus: Zwischen 13 und 14 Uhr schwang Kai Wegner den Tennisschläger, und zwar gemeinsam mit Katharina Günther-Wünsch, der Bildungssenatorin und seiner Lebensgefährtin.

Die Senatskanzlei musste diese pikanten Details nun dem Tagesspiegel bestätigen, nachdem Günther-Wünsch offenbar selbst ein Foto der Partie in ihrem WhatsApp-Status veröffentlicht hatte. Zudem wurden die beiden Spitzenpolitiker in der Tennishalle erkannt. Man fragt sich unwillkürlich: Wie naiv muss man sein, um in einer solchen Situation auch noch Beweismaterial zu produzieren?

Die fragwürdige Beziehung zwischen Amt und Bett

Die Liaison zwischen Wegner und Günther-Wünsch ist seit langem Gegenstand von Kontroversen. Offiziell behaupten beide, erst im Oktober 2023 eine feste Beziehung eingegangen zu sein. Medienberichten zufolge sollen sie jedoch bereits seit 2022 zusammen sein – also bevor Wegner seine Partnerin zur Senatorin machte und sich von seiner vorherigen Lebensgefährtin trennte, mit der er Kinder im Krippen- und Kindergartenalter hatte.

Diese Konstellation wirft grundsätzliche Fragen auf: Wie unabhängig kann eine Dienstaufsicht funktionieren, wenn der Vorgesetzte gleichzeitig der Lebenspartner ist? Wie objektiv können Personalentscheidungen sein, wenn private und berufliche Interessen derart verwoben sind? In der freien Wirtschaft würde man von einem klassischen Interessenkonflikt sprechen – in der Berliner Politik scheint dies offenbar niemanden zu stören.

Rücktrittsforderungen aus der Opposition

Die Reaktionen aus den anderen Parteien fielen erwartungsgemäß scharf aus. Der SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach und die AfD-Landesvorsitzende Kristin Brinker werfen Wegner vor, die Berliner schlichtweg „belogen" zu haben. Grünen-Fraktionschef Werner Graf bezeichnete es als „nicht würdig", in einer großen Notzeit nicht die Wahrheit zu sagen.

Konkrete Rücktrittsforderungen kommen von AfD, BSW und FDP. Doch Wegner denkt nicht daran, seinen Posten zu räumen. Seine Regierung habe bewiesen, „dass wir Krise können und das schneller als gedacht", erklärte er trotzig. Er habe einfach mal „den Kopf freikriegen" müssen, weil er schon seit kurz nach acht Uhr gearbeitet habe.

Die Arroganz der Macht

Diese Rechtfertigung ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Seit kurz nach acht Uhr gearbeitet – und um 13 Uhr bereits eine Pause nötig? Was sagt der Bäckermeister dazu, der seit vier Uhr morgens in der Backstube steht? Was die Krankenschwester, die Zwölf-Stunden-Schichten schiebt? Was die Handwerker, die in der Kälte die Stromversorgung wiederherstellten?

Während zehntausende Berliner im Dunkeln saßen, während Schulen und Bildungseinrichtungen vom Stromausfall betroffen waren – ausgerechnet der Verantwortungsbereich der tennisbegeisterten Bildungssenatorin –, gönnten sich die beiden Spitzenpolitiker eine sportliche Auszeit. Wegner reagierte erst um 17 Uhr mit einem floskelhaften Beitrag auf X. Den ganzen Tag über war der CDU-Politiker nicht zu sehen.

Symptom eines tieferen Problems

Der Fall Wegner ist kein Einzelfall, sondern symptomatisch für eine politische Klasse, die sich von den Bürgern abgekoppelt hat. Die Selbstverständlichkeit, mit der hier gelogen wurde, die Chuzpe, mit der man sich nun herausredet, und die Gewissheit, dass ohnehin keine ernsthaften Konsequenzen drohen – all das spiegelt den Zustand unserer politischen Kultur wider.

In einem funktionierenden demokratischen System wäre ein solches Verhalten ein Karriereende. Doch in Deutschland des Jahres 2026 sitzt man Skandale einfach aus. Die Bürger haben längst resigniert, und die etablierten Parteien schützen sich gegenseitig. Die sogenannte Brandmauer gegen die AfD dient dabei nicht dem Schutz der Demokratie, sondern dem Schutz eines Kartells, das sich gegenseitig die Pfründe sichert.

Es ist höchste Zeit, dass die Wähler bei der nächsten Gelegenheit ein deutliches Zeichen setzen. Deutschland braucht Politiker, die für das Land arbeiten – und nicht solche, die während einer Krise Tennis spielen und anschließend darüber lügen.

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